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Schweizer und Österreichische Alpen

 

Vom Oberen Engadin/CH nach Bormio/I über Stilfser Joch und Reschenpass ins Inntal/A und Montafon

 

Ausgangsort Samedan (St. Moritz) - Zielort Bludenz
Gesamtstrecke: 320 km

 

Etappen (4.9 – 10.9.2006)

Zugtransfer Stein/Säckingen (CH) – Zürich - Chur - Samedan (St.Moritz)

1. Etappe: Samedan – Livigno/I #37km

2. Etappe: Livigno – Bormio #43km

3. Etappe: Bormio – Mals #56km

4. Etappe: Mals – Landeck/A #76km

5. Etappe: Landeck – Tschagguns #87km

6. Etappe: Tschagguns - Bludenz #16km

Zugtransfer Bludenz (A) - Stein/Säckingen (CH)

 

Vorwort zur Tourplanung

Wie kommt man innerhalb von fünf Tagen mit bepacktem Tandem ins Montafon (Tschagguns) und hat dabei so einfach wie möglich so viele Pässe wie möglich befahren? Antwort: Man fährt erstmal mit dem Zug an einen strategisch günstigen Punkt (am besten schon möglichst hoch). Die Tagesstrecken dürfen nicht zu lang werden (auch mal unter 40km) - Ankunft bereits am Nachmittag gibt genügend Zeit zur Erholung. Zudem richtet sich die Planung wie immer bei uns auch überwiegend nach den Campingplätzen, die auf der Strecke liegen - nach Möglichkeiten mit weichem Untergrund (die korsischen Campingplätze waren noch sehr präsent). Das Ganze dann möglichst bei gutem Wetter.

Kommen wir zur An- und Rückreise mit dem Zug. Es ist nicht in jedem Land geschweige denn jeden Zug selbstverständlich, dass Tandems mitgenommen werden. In der Schweiz scheint dies allerdings vergleichsweise problemlos zu sein, auch wenn hier das Tandem wie zwei Räder kostet. In Österreich war das auch kein Problem, das Tandem zählt hier sogar nur als ein Rad. Sehr angenehm für unsere Planung war der EC Wien-Basel (über Inntal, Arlberg, Zürich und zurück). Der hält bei uns praktisch vor der Haustür, auf der gegenüberliegenden Rheinseite in der Schweiz (Stein/Säckingen). So mussten wir auf der Rückreise von Bludenz aus nirgendwo umsteigen. Diesen Zug nutzten wir auch für unsere Anreise nach Samedan (nahe St. Moritz) mit Umsteigen in Zürich und Chur. Das Umsteigen ist mit einem Tandem und entsprechendem Gepäck (zwei Satteltaschen, Lowrider, Isomatten und Zelt) immer ein wenig stressig, da auch der Einstieg in die Züge zum Teil recht hoch ist und man muss zudem immer auf den Schaffner vertrauen, dass er beim Ein- u. Aussteigen auch wirklich am Fahrrad-Waggon zum Öffnen der Schiebetüren bereit steht.

In Samedan, kurz vor St. Moritz, ist man bereits auf über 1700m, d.h. der erste 2000er nicht mehr ganz so hoch. Es ging los über den Berninapass (2330m), Forcola di Livigno (2315m) ins zollfreie Livigno-Tal (1850m); über Passo d'Eira (2210m) Foscagno (2291m) nach Bormio (1250m); von dort über das Stilfser Joch (2758m) nach Mals (1080m), Südtirol; über den Reschenpass (1508m) ins Inntal nach Landeck (800m), Österreich; und schließlich entlang der Silvrettahöhenstraße über die Bielerhöhe (2036m) ins Montafon, nach Tschagguns bzw. Bludenz. Vor allem die ersten zwei Etappen, nach Livigno und dann nach Bormio, sind +/- 40km, sodass sich für die nachfolgenden schwierigeren Tage hoffentlich bereits schon ein leichter Trainingseffekt zu spüren ist.

Hier noch einen kurzen Dank an das Wetter. Wir hatten an allen Tagen, auf allen Pässen Sonnenschein. Diese Tour wäre wenige Wochen zuvor, im vermeintlichen Hochsommer nicht möglich gewesen.

 

Tourbeschreibung

1. Samedan (1710m)- Pontresina - Berninapass (2330m) - Forcola (2315m) - Livigno-Tal (1900m) #37km:

Der ersten Urlaubseindrücke hatten wir schon während der spektakulären Zugfahrt von Thusis entlang der berühmten Albula-Strecke. Da wir den Albula-Pass bereits drei Jahre zuvor erkämpft haben (siehe [link]), konnten wir die damaligen Eindrücke aus dieser neuen Perspektive genießen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben ein paar Höhenmeter geschummelt zu haben. Nach tagelangem Bangen, dass das Wetter auch mitmacht, mit der Ungewissenheit um die eigene Fitness und vier Stunden Zugfahrt ging es dann endlich los, in Richtung Berninapass (2330m) und der ersten Verpflegungsstation (auf einer Bank) in Pontresina nach 8 zum Teil flachen und dann noch verhaltend ansteigenden Kilometern. Bis hierher nutzten wir den Radweg, der im Vergleich zur Straße doch ein wenig unrhythmisch ansteigt, und daher unnötig anstrengt. In Pontresina selbst kommt die erste Rampe, bei Morteratsch die zweite (dafür ein wunderschöner Blick auf die Piz Bernina-Gruppe und dem Morteratsch-Gletscher), und schließlich das steilste Stück nach den Skianlagen vom Diovalezza. Es tat bereits ein wenig Weh, aber es gab wie gesagt gleichzeitig auch immer viel zu sehen - und immer die Eisenbahnschienen des Berninaexpress im Blickfeld. Das übliche Foto-Shooting auf der Passhöhe (das können wir bereits) nach 20km. Es folgt die kurze Abfahrt runter auf 2050m, der Abbiegung zum Forcola di Livigno (2315m). Es kommen nun 3 zum Teil sehr steile Kilometer, die nur in Etappen zu schaffen war. Schafe und vor allem Murmeltiere sorgten hier für Ablenkung. Wir sehen zu unserer Beruhigung andere Radler, die auch ein wenig zu kämpfen hatten. An den Stilfser joch zwei Tage später war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu denken. Die Passhöhe kam dennoch, und damit auch ein weiteres Shooting. Dass sich auch Motorradfahrer auf Passhöhen gerne Fotografieren lassen, wurde uns durch ein kleines Lustspiel von etwas älteren Bikern und deren Kampf mit der Bedienung einer Digital-Kamera bewusst. Der erstre Campingplatz kommt noch wenige Kilometer vor der Ortschaft Livigno, ist auf 1900m Höhe, hat sehr moderne, beheizte sanitäre Anlagen und wird von einem kleinen Laden gemanagt. Dieser Laden hat eine hervorragende Auswahl von Whisky und anderer Alkoholikas zu unschlagbar günstigen Preisen. Livigno ist zollfrei.

2. Livigno - Passo d'Eira (2210m) - Passo di Foscagno (2291m) - Bormio (1250m) #43km:

Die Nacht ging auf fast Grad runter, der Tag wurde sehr heiß - Sonne satt. Vergleichsweise spät und gut erholt (10.30 Uhr) sind wir aufgebrochen, und die erste Touristenattraktion nur nach wenigen Kilometern: Benzin für 90 Cent. Die Auffahrt zu den beiden Pässen relativ kurz war (6,5 u. 4.5 km) aber auch diese müssen erstmal gefahren werden, sie sind ja nicht weniger steil und es war auch auf 2000m sehr heiß - Stilfser Joch wäre für uns auch an diesem Tag nicht möglich gewesen. Auf dem Weg zum Eira (2210m - der als solcher nicht wirklich gekennzeichnet ist, die Straßenschilder richten sich nur nach dem Foscagno - 2291m) hat man einen netten Blick nach Livigno runter, auf der Passhöhe einen sehr beeindruckenden Blick zum Passo di Foscagno und dem dahinterliegenden Berg u. Gletscher vom Cima de Piazzi. Zudem, was wir hinterher erfahren haben, befindet sich auf dieser Passhöhe die höchstgelegene Kirche in den Alpen. Der Foscagno ist zum schauen weniger spektakulär, aber ca. 1km hinter Passhöhe und Zoll in Richtung Bormio gibt es einen wunderschönen Rastplatz mit See und grandiosem Blick auf das Tal von Bormio und der dahinterliegenden Ortler-Gruppe. Nach einer sehr langen und schönen Abfahrt und trotz früher Ankunft in Bormio, entscheiden wir uns für ein Hotel (**Adele 32 € p/P) und nicht für den etwas außerhalb bei Cepina liegenden Campingplatz. Der Respekt vor dem Stilfser Joch war noch zu groß und wir wollten die idealsten Bedingungen. Ein wenig Bummeln in Bormio war dann auch ganz nett.

3. Bormio (1250m) - Stilfser Joch (2758m) - Prado (1000m) - Mals (1080m) #57km:

Der Tag der Tage mit vielen Fragen: Wie heiß wird es, wann kommt das angekündigte Gewitter; wie steil wird es, hat sich von den Vortagen der gewünschte Trainningseffekt eingestellt; wie hoch wird es, bzw. was hat es mit dieser "Todeszone" wegen der spürbar dünneren Luft ab 2500 Höhenmeter auf sich; wie unangenehm werden die vielen Tunnel noch im unteren Bereich; haben wir genügend Flüssigkeit, Bananen und Riegel; ab wann ist die Frustration stärker als die Faszination der Landschaft. Versehen mit unterschiedlichen Daten und Beschreibungen aus dem Internet (Dank an [link], [link],[link]) hatten wir schon eine gewisse Vorahnung bezüglich der Rampen, aber auch bezüglich der etwas flacheren Passage im Brauglio-Hochtal. Wir wussten von den 14 Kehren nach den Tunneln und die Touriinfo in Bormio zeigte uns die Hütten auf 2000m u 2500m, in denen Wasseraufnahme möglich war.

7.30 Uhr Frühstück; 8.15 Uhr Abfahrt bei blauem Himmel und angenehmen Temperaturen. Bereits in der ersten Kehre, an die wir kamen (die Abzweigung zum Stilfser Joch, bereits 1km außerhalb von Bormio), war ein Schild mit Kehren-Nummer und Höhenmeter angebracht - 38 weitere (runter gezählt) sollten folgen. Bis auf ein paar kurze steile Stellen ging alles recht problemlos und auch die sechs aufeinanderfolgenden Tunnel waren zu unserer Beruhigung kurz und flach genug. Dann kam die Stelle zu Beginn der 14 Kehren mit der vermeintlich steilsten Stelle des Passes (14% laut Bodenmarkierung), in derDritten dieser Kehren war eine Touri-Hütte der Nationalparksverwaltung auf knapp 2000m - offen. Am Ende dieser Kehren-Passage wurde es wieder ein wenig steiler bevor es in das langezogene Brauglio-Hochtal überging. Eine Info-Tafel zum 1.Weltkrieg, der auch diese Höhenlage erreichte, ist hier angebracht. Am Ende dieses Hochtals beginnen die letzten 5km mit vielen weiteren Kehren (an der Vierten dieser Kehre, auf ca 2500m, der Abzweigung zum sehr nahen Umbrailpass, unserem "Notausgang", ist zudem weitere möglichkeit der Wasseraufnahme. Die letzten 10 Kehren auf den letzten 3 Kilometern werden nochmals richtig steil, oder fühlen sich zumindest so an. Vielleicht sind wir einfach nur platt oder ist es daoch schon die dünnere Luft?! Egal, jetzt wird in fast jeder Serpentine gehalten, auch wegen des weiten Blicks Richtung Osten und Umbrailpass und der dahinterliegenden Berge um die Wildspitze. Der Blick zum Pass selbst ist nicht so einladend. Da sind nicht nur die Strommasten, die uns von unten ständig begleitet haben und das Bild immer ein wenig trüben, sondern auch die vielen Hotels auf der Passhöhe, die mit Strom versorgt werden möchten. Die letzten 400m der 22 Kilometer waren sprichwörtlich "auf dem Zahnfleisch", der Anstieg lässt bis zur Passhöhe auch auf den letzten Metern nicht nach. Ankunft war um 13Uhr mit einem Schnitt von sensationellen 7,02 km/h, d.h. dass die Pausen zusammengezählt über 90Minuten einbrachten. Was soll man von dieser Passhöhe halten: Mit einer rosaroten Brille sieht man nur das Passschild und die Bergwelt des dahinterliegenden Ortlers - grandios. Ansonsten ist man etwas erschrocken (trotz diverser Vorankündigungen) von der Volksfeststimmung an einem hässlichen Stück Erde - dank der vielen, weit verstreuten Hotelanlagen für den Bergsommerzirkus. Ein wenig Abseits, mit freiem Blick zum Ortler und den unzähligen Serpentinen von Prado her gab es (trotzdem) unsere große, verdiente, glückliche Pause. Die Passseite von Prado her ist lanschaftlich sicherlich noch beeindruckender, da der 4000er und die umliegende Gletscherwelt direkt vor dir ist. Es ist aber auch die befahrener Seite, vor allem weist diese Seite eine sehr viel höhere Radlerdichte auf (3 Tage zuvor war diese Straße für Autos gesperrt und man zählte wohl an die 5000 Radler auf der Passhöhe). So ging es hinab mit quietschenden Bremsen, mit viel Mitleid für viele, die sich mit großer Mühe den Berg hochquälten ("wir würden hier nicht hochfahren wollen") und Bewunderung für die Landschaft.

Wir waren nun in Südtirol mit einem Cafe in Prado, mit dem sehr schön erhaltenen mitteralterlichen Stadtkern von Glurns (Glorenza) und dem übervollen Campingplatz von Mals. Diesen erreichten wir erst nach 2km Anstieg von Glurns aus. Er hatte zur Belohnung einen schönen Blick auf unseren Berg des Tages (den Ortler) und hervorragende sanitäre Anlagen.

4. Mals - 1080m - Reschenpass (1508m) - Pfunds (970m) - Landeck (816m) #76km:

Die Frage des Tages: Nehmen wir den etwas kürzeren Fahrradweg entlang der Etsch zum Reschensee und -pass oder die große Straße von der wir annahmen dass sie gleichmäßig und kontinuierlich aber nicht zu stark ansteigt. Nach wenigen Metern kurz nach Mals auf der Hauptstrasse überzeugte uns der viele Verkehr und wir bogen ab auf den Radweg runter nach Schleis, einem kleinen Dorf an der Etsch. Von dort folgten wir den neu geteerten Radweg nach Burgeis und in Richtung St.Valentin-See. Es ist lanschaftlich sehr beschaulich dort und diese kleine Strasse schmiegt sich wunderschön in die Geländeform, was so viel heißt, dass immer wieder Rampen mit bis zu 20% gab fast unaufhörlich bis Burgeis (an keiner Stelle zum Stilfser Joch hoch haben wir so geflucht). Nach Burgeis beruhigt sich die Situation nur allmählich bis zum St.Valentinsee. Am St.Valentinsee (unterhalb vom größeren Reschensee) geht der Radweg links mit ein wenig Auf und Ab entlang. Nach der Ortschaft St.Valentin wird der Radweg an der Staumauer zum Reschensee kurz nochmals steil. Oben am Reschensee angekommen hat der Radler zwei Möglichkeiten. Links, d.h. westlich um den See herum (soviel wir sehen konnten mit ein wenig Auf und Ab verbunden) oder rechts am Radweg zwischen See und großer Straße. Dieser Abschnitt ist so gut wie komplett flach, sehr angenehm zu fahren mit sehr schönen Blicken auf den See und der umliegende Bergwelt. Touristisches Highlight ist sicherlich der Kirchturm im See (St.Anna). Nach der Ortschaft Reschen geht es weiterhin auf dem Radweg nochmals unwesentlich hoch bevor die ca 1,5km lange Abfahrt zum Reschenpass beginnt. Komischer Pass (und gleichzeitig Grenze zu Österreich), und sicherlich frustrierend für alle Radler, die von der anderen Seite kommen und nach einem Pass direkt eine Abfahrt erwarten. Wir folgen auf österreichischer Seite den Radweg bis Nauders. Von dort gibt es die Möglichkeit die vermeintlich stärker befahrene Straße durch viele Tunnel direkt nach Pfunds im Inntal zu nehmen oder nach einem kürzeren Anstieg ins bereits sschweizerische Martina abzufahren und von dort die Straße entlang des Inn nach Pfunds zu nehmen. Waren die Radwegschilder auf italienischer Seite hoch zum Reschenpass gut angebracht, zum Teil mit großen Tafeln mit einer Karte, so muss man nun doch ein wenig suchen. Im Prinzip folgen wir dem Radweg "Via Augusta". Auch wenn Landeck über 100Höhenmeter tiefer liegt als Pfunds, hatten wir auf diesen knapp 40 Kilometern immer wieder gemeine Anstiege.

Der Campinplatz in Landeck ist uns bereits bekannt: gemütlich klein und sauber, er liegt an der Straße in Richtung Pians u Arlberg bzw. Paznauntal.

5. Landeck (816m) - Ischgl - Bielerhöhe (2036m) - Tschagguns (700m - 950m) #87km:

Eigentlich letzter Tag der Tour. Es hat zum ersten Mal in der nacht geregnet und am morgen wares noch bewölkt. Wir waren uns lange nicht sicher, ob wir bei so einem Wetter den Weg über einen Pass riskieren sollen oder in den Zug steigen, um ins Montafon zu kommen. Letztlich fuhren wir los in Richtung Pians (alles leicht bergauf). Dort biegt man ab ins Paznauntal ab und, nach einer kurzen Abfahrt, geht der eigentliche Anstieg los, d.h. bis zur Ortschaft See. Ab dort bis hinter Ischgl ist es eine Mischung aus leichtem bergauf in hohen Gängen mit kurzen nicht allzu steilen Rampen. Wir sind also ungewöhnlich flott bergauf gekommen und waren schneller als vermutet in Galtür. Die Bauarbeiten bei einem Großteil der Straße bis Ischgl waren kurz vor dem Ende, sodass wir auf oftmals neuem, noch nicht markierten Belag zügig durchkamen. Inzwischen hat sich immer mehr die Sonne durchgesetzt und unsere zweite Sorge des Tages, die vielen Lawinen-Tunnel vor und hinter Ischgl, wurde mit einer Straße parallel zu den meisten Tunnel entschärft. Kurz vor Galtür kam ein sehr unangenehmer Gegenwind. Dieser blies glücklicherweise aus einem Seitental, so dass wir auf dem Schlussanstieg, auf den letzten 9km, damit keine PRobleme mehr hatten. Galtür beeindruckt durch die meterdicken Lawinenmauern, die man wohl nach dem Lawinenunglück angebracht hat. Hinter einer dieser Mauern hat man ein "Alpinarium" eingerichtet, das Touristen die Bergwelt ein wenig näher bringen soll. Auf der Mautstraße hoch zur Bielerhöhe zahlen Radler nichts. Bemerkenswert, dass in dieser Höhe neben der Straße viele Bauarbeiten hoch bis zur Staumauer des Silvretta-Sees von statten gingen. Die letzten ca. 2km hatten wurden nochmals sehr, sehr steil und nach einer langen vergleichsweise angenehmen Auffahrt mussten wir nochmals richtig kämpfen. Die Passhöhe mit See ist natürlich etwas touristisch, dafür war die letzte große Abfahrt dieser Tour sehr beeindruckend mit unzähligen Serpentinen und alles was man sich von einer Passstrasse wünscht ("Hier würden wir aber nicht hochfahren wollen"). Für die Tunnel, die weiter unten im Tal kommen, gint es für die Radfahrer eine Umfahrung. Überhaupt gäbe es in diesem Tal ein Radweg, den wir (die zeit war vorangeschritten) nicht nutzen wollten. In Tschagguns dann die für uns böse Überraschung - unser Alpe d'Huez. Der verabredete Punkt, ein Ferienhaus, lag unerwartet hoch und die konstanten +/-15% auf fast den gesamten 3km haben sehr weh getan.

Hier war die eigentliche Tour zu Ende. Es gab zwei Übernachtungen in diesem Ferienhaus mit der gesamten Familie, ohne das Fahrrad nur anzuschauen. Folgende Etappenbeschreibung bis Bludenz erfolgt nur der Form halber.

6. Tschagguns (950m bzw. 700m) - Bludenz (559) #16km:

3km bergab und 13km Radweg an der Ill entlang mit ein paar wenigen Anstiegen. Der Bahnhof in Bludenz hat auf der Radwegseite eine schöne breite Rampe, die in die Gleisunterführung führt und zudem Fahrstühle für die jeweiligen Bahnsteige, lang genug für's Tandem. Es mangelte lediglich an kompetenten Bahnpersonal für die korrekte Auskunft über die Position des Fahrradwaggons. So kamen wir bei Einfahrt des Zuges nochmals kurz ins Schwitzen.

 

Mehr Bilder? Hier geht’s zu unserem Online-Fotoalbum der Tour >>

 

© Fotos Malte und Viola Thomas