Korsika
 
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Korsika Rundtour


Ausgangsort und Zielort: Bastia (die Insel gegen den Uhrzeigersinn)

Gesamtstrecke: 600 km

 

Etappen (24.5.-5.6.2006)

Autotransfer Bad Säckingen/D – Livorno/I (24./25.5.)

Fähre Livorno/I - Bastia/F (25.5.)

1. Etappe: Bastia – Santa Severa #28km

2. Etappe: Santa Severa – St. Florent #65km

3. Etappe: St. Florent – Calvi #80km

4. Etappe: Calvi – Porto #85km

5. Etappe: Porto – Golf v. Liscia #57km

6. Etappe: Golf v. Liscia - Olmeto Plage #84km

7. Etappe: Olmeto Plage – Propriano #11km

8. Etappe: Propriano - Solenzara (coast to coast über den Col de Bavella 1218m) #74km

9. Etappe: Solenzara - Figareto #81km

10. Etappe: Figareto – Bastia #49km

Fähre Bastia/F - Livorno/I (5.6.2006)

Autotransfer Livorno/I - Bad Säckingen/D


Vorwort zur Tourplanung

Der größte logistische Aufwand für diese Tour war die Anreise.  Nachdem wir über wenig Hoffnung auf einen möglichen Transport mit der italienischen Bahn nach Genua (bzw. Savona) entschieden wir uns, einen Tandemträger für unser Auto zu besorgen. 

Wir haben nun einen bikelift von Atera mit Hydraulikarm - relativ teuer, aber lohnt sich sehr (siehe auch links).

Schließlich musste noch die letzte Frage geklärt werden: Welche Fährverbindung nach Korsika soll es sein, bzw. an welchem Hafen konnten wir unser Auto mit einem guten Gefühl für knapp zwei Wochen abstellen. Die Wahl traf Livorno, mit seinem bewachten Parkplatz im Hafengelände. Und tatsächlich fanden wir für 6,-€/Tag innerhalb des Hafengeländes (Zufahrt hierzu ist bereits gesichert) den gut bewachten Parkplatz. Absolut empfehlenswert!

     


Tourbeschreibung

Korsika hat, wie die meisten wissen, sehr schöne Küstenstrassen und hohe Berge im Innern. Beides wollten und haben wir auf dieser Tour erradelt (wenngleich wir die Abschnitte Ghisoni, Vivario, Corte Restonica-Tal aufgrund des Wetters ausgelassen haben).

Wir haben die Insel gegen den Uhrzeigersinn umfahren, dabei aber das äußerste Ende der Nordspitze (Cap Corse) wenige km südlicher abgeschnitten (über den Col Ste. Lucie - 381m) und den äußersten Süden (Bastia) ebenfalls ausgelassen, um stattdessen zwischen Propriano (an der Westküste) und Solenzara (Ostküste) über den Col de Bavella zu fahren (1218m).

Die Küstenstrassen sind nicht zu unterschätzen und man muss (vor allem im Westen) regelmässig mit Steigungen von nahezu Meereshöhe bis auf 400-500m rechnen, so dass wir am Ende des Tages oftmals mindestens einen Alpenpass in den Beinen hatten. Die Steigungen waren aber recht fair, sieht man mal von der bisweilen sehr steilen Küstenstrasse zwischen Portriccio und Propriano (bzw. Tavaro-Mündung) ab.

Das Wetter zeigte sich von zwei extremen Seiten: sehr heisse, sonnige Tage (ungewöhnlich heiss für diese Jahreszeit auf Korsika) und eine Abkühlung, die den Schnee bis auf 1200m herunter brachte (noch viel ungewöhnlicher für Korsika um diese Jahreszeit).



1. Bastia - Santa Severa #28km:

Eine recht kurze Etappe am Spätnachmittag von der Fähre in Bastia entlang der Küstenstrasse in Richtung Cap Corse. Leichtes Auf und Ab und die erste Begegnungen mit den genuesischen Wachtürmen (sehr nett bei Erbalunga) und der korsischen Pflanzenwelt (Oleanderbäume, Mandarinen, sonstiges Obst). Das alles bei sehr angenehmen temperaturen. Der Campingplatz in Sta Severa ist gemütlich klein, nicht weit vom Meer. Die doch etwas ungewöhnliche Eigenart für das Fahrrad auch noch etwas Geld zu verlangen begegnete uns hier zum ersten, und nicht zum letzten Mal.



2. Santa Severa - Col de Ste Lucie (381m) - Nonza - St. Florent #65km:

Wunderschönber Tag hauptsächlich entlang der spektakulären Küsten bzw.- Klippenstraße im Westen von Cap Corse. Doch zunächst mussten wir dorthin kommen: Direkt bei Sta Severa geht die D180 direkt nach Westen ins Landesinnere, d.h. wir konnten auf diesem Weg uns 20km ganz im Norden herum sparen - das mag bei 65km Gesamtlänge noch nicht die ganz grosse Rolle spielen, aber bei den zu fahrenden 800 Höhenmetern. Vier nennswerte Anstiege, wobei der erste gleich der höchste war und gleichzeitig das Tor zur Westküste: Col de Ste Lucie (381m) auf der D180. Weitere mit jeweils 100 - 200 Hm entlang der Küste folgten, z.B. von einem schwarzen Sandstrand hoch nach Nonza. Zum Glück blies "trotz" der Sonne ein leicht kühler Wind, was das Fahren trotz der Anstrengungen sehr angenehm machte. Dort, wo die Straße in Arbeit war (nur schien niemand zu arbeiten), staubte es sehr durch die vorbeifahrenden Autos und Busse. Die Busse fuhren übrigens fast alle mit dem Uhrzeigersinn um das Cap, was bei den sehr engen Klippenstrassen sicherlich ein Vorteil ist. Nur ein grosser deutscher Reisebus fuhr in die andere Richtung, was an einer sehr engen Stelle, ohne Ausweichmöglichkeiten weit und breit, (zu unserer Belustigung) zu minutenlangen Staus führte. Auffällig sind auch die vielen Autowracks immer dort auf Korsika , wo es Steilküsten bzw. Klippen gibt. Gleich neben Kakteen, Agaven Zitronenbäumen, Orangen u. sonstigem Obst. Wir haben einen relativ klaren Tag erwischt, so dass wir von weitem schon die höchsten Erhebungen Korsikas sehen konnten. St. Florent ist ein florierendes (nomen est omen) Hafenstädtchen mit vielen Touristen, Booten, Strand und einer Zitadelle in einer Bucht, die den gleichen Namen trägt. Unser Campingplatz lag ein 2km außerhalb des Zentrums, fast direkt am Strand - alles wie, man es haben will.

3. St. Florent - Col de Lavezzo (312m) - Lozari - Cateri (367m) - Lumio - Calvi #80km:

Ähnlich wie am Vortag (und wie an fast allen weiteren Tagen) ging zunächst mal hoch, dass durch die Desert des Agriates und mit einigem Auf und Ab schliesslich zum ersehnten Col de Lavezzo (312m). Von hier hat man einen sehr schönen Blick auf das schon sehr nah gekommene Hochgebirge. Die Abfahrt führt uns auf die relativ neue N1197 von Corte nach I'lle Rousse (inzwischen auf der N197) und weiter nach Calvi. Eine solch breite Straße gibt einem Fahrradfahrer das bedrückende Gefühl von Endlosigkeit, vor allem bei Anstiegen wie kurz vor Lozari und seinem schönen Strand. Dieser lud uns zum Rasten ein, da es soch schon recht heiss geworden ist. Einer ausgiebigen Pause folgte der Entschluss nicht weiter der grossen Nationalstrasse entlang der Küstenlinie zu folgen, sondern ein wenig ins Innere der Balagne auf kleineren Straßen zu fahren (auf der D113) mit dem Nachteil, dass es an einem Stausee vorbei hoch nach Murato zur D71 so richtig ansteigen sollte. Was uns den Entschluss ein wenig erschwert hätte, war die unglaubliche Hitze auf dem Weg nach oben, die bei den stielen Rampen umso drückender wurde. Eine große Belohnung für das Geleistete ist aber die Panoramastrasse (D71, von Belgodere kommend) nach Cateri auf ungefähr gleich bleibenden 370m und in einer leichten Abfahrt nach Lumio, wo man, ohne viel Höhenmeter zu verlieren, es sehr lange rollen lassen kann. Auf diesen Kilometeren hat man fast in alle Richtungen einen sehr schönen Blick auf scheinbar unerreichbaren Bergdörfern, dem Gebirge und den kompletten Küstenstreifen. Die letzten 10km nach Calvi auf der N197 sind wenn man weitere Steigungen vermeiden will (Col de Salvi, 509m von Cateri aus) unvermeidlich, aber auch sehr schnell vorbe, da ein Teil davon noch die Abfahrt von Lumio ist und die restlichen kilometer der Schwung den man davon mitnimmt. Noch bevor man Calvi wirklich erreicht hat bieten sich links und rechts Campinplätze an, alle nicht weit vom Strand. Insagesamt waren es an diesem Tag bis 800Hm, ähnlich wie am Vortag, nur aur wenigere, d.h. hauptsächlich zwei, Anstiege verteilt. 


4. Calvi - D81b (Bocca Serria 146m, Bocca Bassa 122m) - le Fango - Col de Palmarella (408m) - Col de la Croix (269m) - Porto #85km:

Vorneweg: Es wurde ein Bergetappe größtenteils entlang der Küste: drei nennenswerte Anstiege auf der Küstenstrasse D81b von Calvi nach Galeria mit einer maximalen Höhe von 146m, dann der 11km lange Anstieg zum 408m hohen Col de Palmarella, nochmals ein wenig bergan in Richtung Col de la Croix und nochmals 2,5 steilere Kilometer kurz vor Porto (insgesamt fast 1000Hm). So fing auch dieser Tag abermals mit einer 4km langen Steigung aus dem sehr netten Calvi an. Es wurde zudem wieder ein sehr sonniger Tag, zum Glück diesmal wieder mit einem kühlenden Wind. Eine sehr schöne und spektakuläre Etappe, auf der es wieder viel zu sehen gab: Berge, Klippen, Meer und die Pflanzenwelt, die nun etwas karger wirkte als auf Cap Corse. Auffallend war, dass, je näher wir Porto kamen, die Felsen immer röter zu werden schienen. Einziger Wehrmutstropfen war die "Abfahrt" vom Palmarella, an der gebaut wurde und demnach nur sehr langsam und vorsichtig zu fahren war. An dieser Stelle mal einen Gruß an die korsischen Autofahrer, vor denen uns im Vorfeld von vielen Seiten gewarnt wurde, vor allem auch wegen diesen engen, mit Steinmauern begrenzten und kurvigen Straßen. Nach dieser Tour mussten wir feststellen, dass Radfahrer diesbezüglich nicht mehr zu befürchten haben als anderswo. Außer, dass uns auf Cap Corse fast ein Busfahrer gestreift hätte, hatten wir keinerlei Probleme. Der Campingplatz in Porto ist einer von viele, völlig problemlos aber genauso hart wie alle anderen Campinplätze (bis auf den ersten in Sta Severa) auf denen wir waren, so dass wir unsere Knochen jede Nacht immer ein wenig mehr spürten.

     

5. Porto - les Calanche - Piana - Col de Lava (491m) - Col de Torraccia (100m) - Cargèse (100m) - Sagone - Golfe de la Liscia #57km:

Ein touristisches Highlight auf Korsika sind sicherlich die Calanche, eine bizarre Felsenlandschaft 400m, durch die sich die D81 von Porto nach Piana schlängelt, ca 400m über dem Wasser. Das hieß für uns gleich nach dem Frühstück vor dem Supermarkt noch in Porto mal wieder die erste Bergwertung - mit dem Col de Lava, den bislang längsten (12km) und höchsten (491m). Nach knapp zwei Drittel der Steigung lässt man sich sehr stark von der Landschaft ablenken, so dass der Rest einem nicht meh ganz so schlimm vorkommt. Absurde Szene am Straßenrand: ein etwas festerer und vorwitziger Tourist, mit der Kamera weit vor sich baumelnd, dem wir wohl zu langsam waren ("Tempo, Tempo"). Piana und Col de Lava einmal hinter uns gelassen, war es wieder etwas ruhiger. Die nun laut Michelin-Karte, folgende Steigung zum Bocca di San Martino (433m) gibt es nicht, d.h. jeder der einmal von Porto aus über den Col de Lava ist, kann sich auf eine 13km lange Abfahrt freuen, die die uns entgegen kamen, hatten bei zusätzlichem starken Gegenwind umso mehr zu kämpfen. Es folgen zwei Kurzanstiege nach Cargèse, das sehr zur Mittagspause einlädt. Von dort aus übersieht man sehr schön den Golf von Sagone mit dem Etappenziel (Golf von Liscia - kleiner Bucht als Teil des Golf von Sagone) in der Ferne. Ein wenig Auf und Ab entlang einer sehr schöne Küstenstraße und Sandstränden. Der Campingplatz südlich Tiuccia ist sehr zu empfehlen (von Tiuccia aus kommend nicht den ersten Campingplatz nach links nehmen, sondern den nach einem kurzen Anstieg steil rechts runter). Er liegt direkt am Strand, an dem es am Nachmittag unserer Ankunft eine herrliche Brandung hatte. 


6. Golfe de Liscia - Col de San Bastiano (411m) - Porticcio – Verghia - Aqua Doria - Serra di Ferro - Olmeto-Plage #84km:

Es hätte eine recht gemütliche Etappe an Ajaccio vorbei zu irgendeinem Campinplatz bei Porticcio geben sollen. Mit dem einzig geplanten Anstieg zum Col de San Bastiano (411m) - natürlich gleich wieder als erstes am Morgen, zumal schon die zufahrt zum Campinplatz gleich sehr, sehr...sehr steil war. Trotz des abermals langen Anstiegs mit schönen Blick zurück auf das am Vortag Geleistete und des noch stärker gewordenen Windes verlief die Fahrt nach Porticcio problemlos, auch wenn man an Ajaccio vorbei etwas größere Straßen in Kauf nehmen muss. Abgeschreckt von den vielen Menschen in Porticcio und auch von dem starken Wind, der ein gemütliches, frühzeitiges Campen nicht zulassen würde, fühlten wir uns fit genug für die Weiterfahrt nach Olmeto-Plage, weitere 40km und dem, laut Karte vermeintlich höchsten Punkt bei 205m. Pfeile, oder Doppelpfeile, die Steigungen vermuten lassen waren für die D155 auf der Karte nicht eingezeichnet. Man ahnt es: es kam alles ein wenig anders. Bis Verghio ging alles schön am Wasser entlang. Die Steigung hinter Verghio war auch noch im Plan, danach fühlten wir uns der Willkür ausgestzt. Von den bislang fairen, gleichmässigen Steigungen auf Korsika war hier nichts mehr zu spüren. Das Auf (und ein wenig Ab) vollzog sich in sehr, sehr steilen Rampen, und hoffte man endlich den höchsten PUnkt erreicht zu haben, wartete um die Ecke die nächste Rampe - nicht selten zwischen 15-20%. Das hörte auch auf der vermeintlichen Abfahrt nicht auf, wo es immer wieder aus kleineren Tälern kurz sehr stark anstieg. !Wir warnen hiermit jeden Tourenplaner vor dieser D155! Etwas abgekämpft nahmen wir den ersten Campingplatz von Olmeto Plage, mit dem Plan dort zwei Nächte uns auszuruhen. Wir hatten geduscht, das Zelt stand schon als wir festdtellen mussten, dass der Laden zum Campinplatz nicht vor dem 1. Juni öffnete (für uns Übermorgen). Und so ging es mit dem nahe gelegenen Supermarkt und allen weiteren kleinen Läden entlang dieses Strandes bis zum 10km entfernten Olmeto. Die eigentliche Saison fängt also dort am 1.Juni an, und nicht früher - die zweite Enttäuschung des Tages. Trost gab uns ein herrliches Fischrestaurant direkt am Wasser.

7. Olmeto-Plage - Propriano #11km:

Der vermeintliche Ruhetag mit unfreiwilligen 11km (s.o.) und einer Steigung auf 140m - was dafür aber auch die bessere Ausgangsposition für den darauffolgenden Tag sein sollte. Zudem ein neuer Rekord: wir haben bislang noch nie um 10:30 Uhr auf einem Campingplatz eingecheckt. Einmal die Waschmaschine angeworfen ging es in das noch 2km entfernte Stadtzentrum zum Einkaufen. Der Rest des Tages war Lesen und Ameisenstraßen bauen.

8. Propriano - Ste-Lucie-de-Tallano - Levie - Zonza - Col de Bavella (1218m) - Solenzara #74km:

Der Tag der Tage...und was macht das Wetter? Von dem Unwetter, das um die Region Bastia sein Unwesen trieb wurden wir bislang verschont. 
Heute sollte es in Richtung Bavella gehen, wenn nicht sogar darüber vorausgesetzt der Ruhetag hat uns gut getan und die Beine machen mit und ebenfalls vorausgesetzt, dass es nicht regnet. Die Etappe fing sehr demotivierend nach bereits 1 km an.: ein sehr steiler Anstieg auf der D19a noch in Propriano (Col de Sta Giulia). Davon konnten wir uns zunächst einmal auf den darauffolgenden 10 flachen Kilometern entlang der N196/D268/D69 in Richtung Ste Lucie erholen. Danach steigt es auf den weiteren 9 km (wieder die D268) zu diesem Ort erst langsam dann etwas steiler, dafür sehr gleichmäßig an. Ein sehr netter Ort zum Pause machen, ehe man 5 weitere Kilometer in Richtung Levie bergan strampelt. Der drohende Regen war ein kurzes nieseln und die ganz dicken Wolken sind scheinbar wieder umgekehrt - die Sonne kam sogar raus, die Beine arbeiteten gut und langsam dämmerte es uns, dass dies die "Königsetappe" der Tour werden könnte. Knapp 4 Kilometer vor Levie beginnt die Abfahrt in diese Ortschaft, die kurz einen tollen Blick auf den noch weit entfernten Col de Bavella und daneben liegenden schroffen Bergspitzen freigibt. Die knapp 10 Kilometer von Levie nach Zonza steigen erst nach einer Weile erst gemächllich an, dann mit einer Abfahrt ehe es auf den letzten Kilometer steil nach Zonza hinein geht. Auch Zonza ist für eine Pause gut, vor allem um den dicken Regenschauer der sich vom Bavella her näherte abzuwarten. Eine halbe Stunde später machten wir uns bereits wieder bei Sonnenschein zur 9 km entfernten Passhöhe auf (von 778Hm auf 1218Hm). Es began recht harmlos, sogar mit einer kleinen Zwischenabfahrt. Ist man aber erstmal an der Pferderennbahn vorbei, beginnt das richtige Alpenfeeling. Die Bäume gehen zurück, rechts die Felswand, links der weite Blick auf Berge und auf die endlosen Wälder zwischen der Passstraße und dem was man vielleicht als Westküste Korsikas um Propriano erahnen könnte - ein wenig steiler wurde es auch, der kurze Nieselregen war weniger schlimm. Auf der Passhöhe selber ist sehr viel los, trotzdem musste wir erstmal Pause machen und die Aussicht in beide Richtungen genießen. Die Abfahrt in Richtung Solenzara ist zunächst eng und steil ("Hier würden wir nicht hoch fahren wollen"), zum Glück auf relative neuen Belag. Der kurz einsetzende Regen machte es noch etwas schwieriger. Der Blick zurück zum Pass und zu den umliegenden bergen ist spektakulär. Der ca. 2km lange Zwischenanstieg zum Col de larone (608m) ist verkraftbar und die wunderschöne Abfahrt, jetzt entlang der Solenzara-Schlucht, setzt sich fort. Der heutige Tag wäre fast eine coast-to-coast  Etappe geworden, wäre da nicht der sehr schön gelegene Campingplatz direkt am Fluss Solenzara gewesen, 7km vor der Küstenortschaft Solenzara. Der Boden hier war allerdings sehr hart - oder unsere Knochen weniger tolerant - und es schien eine schwäbische Exklave zu sein. Hätten wir diese Nacht in Zonza verbracht, wäre die Passüberquerung am darauffolgenden Tag in Sturm und Regen wahrscheinlich unmöglich gewesen. Die Zeitung berichteten vom Tag unserer Bavella-Überquerung von Schnee auf bis zu 1200m runter - zum Glück weiter nördlich unseres Passes. 


9. Solenzara - Ghisonaccia -Aleria - Figareto #81km:

Dieser Tag lebte von der Hoffnung und der Vorfreude alleine. An ein Fortsetzung der geplanten Tour (über Vivario nach Corte, dann Restonica-Tal und schließlich durch die Castaniccia) war nicht mehr zu denken, denn es regnete, hagelte, blitzete fast den gesamten Vormittag. So entschieden wir uns den Tag auf einer der Hauptverkehrsadern Korsikas (N198 von Bonifacio nach Bastia) zu verbringen. Aller Grausamkeiten Höhepunkt war der nicht nachlassende stürmische Gegenwind, so dass auch kleinere Abfahrten in einem kleinen Gang gefahren werden mussten. Sehr platt erreichten wir Freunde und ein weiches Bett in einer Bungalow-Feriensiedlung direkt am Wasser bei Figareto. 

Zwei Ruhetage: Ehe es auf die letzten knapp 50km zur Fähre nach Bastia ging, gönnten wir uns zwei Tage zum Ausruhen, an denen wir jeweils mit dem Auto die Castaniccia erkundet haben: völlig abgeschiedene alte Bergdörfer inmitten von Kastanienwälder. Die Straßen sind sicherlich toll für Radler, die es auch ein wenig bergiger mögen. Die West und Südseite der Castaniccia hat sehr schöne enge Straßen die mit dem Col de Casardo auf 1094m gehen. Überall lohnt es sich anzuhalten, um entweder auf das Meer zu schauen oder auf das Hochgebirge im Innern der Insel ...oder beides.

10. Figareto - Casamozza - Plage de Pineto - Bastia #49km:

Wir waren sehr ausgeruht und hatten nochmals eine nette kleine und sehr zügige Etappe nach Bastia. Zwei logistische Schwierigkeiten brachte die Strecke: zum einen, weg von der N198 in Casamozza, den richtigen Weg raus an die Küste zu finden, D10 (an eine geschichtsträchtige Kirche - la Canonica vorbei); zum anderen, nachdem wir von unserem kleinen Umweg zwischen dem Binnegewässer Etang de Biguglia und dem Meer - D107, zurück auf der N198 waren, den richtigen Weg durch Bastia zu finden, um nicht durch den Tunnel zu müssen: hoch zur Citadelle. Ein wenig noch die Hafenanlage besichtigt und ab ging es schon bald auf die Fähre. Hier trafen wir einen Radler aus Hamburg, der uns von einem Fahrradshuttleservice mit dem Bus von München in Richtung verschiedener Punkte in Italien (und zurück) u.a.  auch Livorno - unserem Ausgangsort.

Mehr Bilder? Hier geht’s zu unserem Online-Fotoalbum der Tour >>

© Fotos Viola und Malte Thomas